Warum kleine Gärten anspruchsvoll sind
Man könnte meinen, weniger Fläche sei die leichtere Aufgabe. Für einen Mähroboter stimmt das nicht unbedingt. Kleine Gärten sind fast immer verwinkelt, haben viele Kanten im Verhältnis zur Fläche, enge Durchgänge zwischen Haus und Zaun, und sie liegen häufig zwischen hohen Gebäuden.
Genau diese Merkmale sind es, die kabellosen Geräten Schwierigkeiten machen. Ein offenes Feld von 2.000 Quadratmetern ist technisch trivial. Ein Handtuch von 120 Quadratmetern mit Terrasse, Beet, Sandkasten und einem Durchgang von 70 Zentimetern ist es nicht.
Die wichtigste ZahlAchte auf die minimale Durchfahrtsbreite. Die Hersteller nennen Werte zwischen 55 und 70 Zentimetern. Miss den schmalsten Punkt in deinem Garten aus, bevor du kaufst. Ist er schmaler, kommt der Roboter nicht in den hinteren Teil.
Worauf es hier wirklich ankommt
Durchfahrtsbreite
Der häufigste Grund für Ärger nach dem Kauf. Zwischen Hausecke und Zaun, zwischen Terrasse und Beet, an der Garageneinfahrt: Überall dort entscheidet sich, ob der Roboter überall hinkommt. Nachträglich lässt sich daran wenig ändern.
Kantenschnitt
Bei kleiner Fläche ist der Anteil der Kanten am Gesamtergebnis groß. Wenn rundum zehn Zentimeter stehen bleiben, fällt das auf 120 Quadratmetern deutlich mehr auf als auf 1.000. Geräte mit seitlich ausfahrendem Mähwerk kommen auf wenige Zentimeter heran, das ist hier den Aufpreis oft wert.
Lautstärke
Im Reihenhausgarten steht der Nachbar zehn Meter weiter. Aktuelle Geräte liegen zwischen etwa 50 und 60 Dezibel, was klein klingt, aber einem hörbaren Unterschied entspricht, weil die Skala logarithmisch ist. Ein Gerät mit 50 Dezibel ist im Alltag deutlich unauffälliger.
Navigation ohne freien Himmel
Enge Bebauung heißt Reflexionen und Abschattung. Reine RTK-Geräte tun sich hier schwer. In dieser Lage sind kamerabasierte Geräte oft die bessere Wahl, weil ihnen die vielen markanten Punkte in der Umgebung sogar helfen. Details dazu stehen bei der Kameranavigation.
Was hier egal ist
- Akkukapazität. Bei 150 Quadratmetern schafft praktisch jedes Gerät die Fläche in einem oder zwei Durchgängen. Die großen Akkus brauchst du nicht.
- Mehrere Karten. Nur relevant, wenn Vorgarten und Hintergarten getrennt sind.
- Hohe Flächenleistung. Ein Gerät für 600 Quadratmeter bringt auf 150 Quadratmetern keinen Vorteil, kostet aber mehr.
Was es kostet
Der Einstieg ohne Begrenzungskabel beginnt bei etwa 300 Euro für Geräte bis rund 150 Quadratmeter. Diese Modelle navigieren rein optisch, verzichten teils auf eine feste Ladestation und verstellen die Schnitthöhe von Hand.
Zwischen 450 und 700 Euro liegt die Klasse, in der es interessant wird: Geräte für 250 bis 600 Quadratmeter mit App-Steuerung, Sperrzonen, ordentlicher Hinderniserkennung und meist einer Kombination aus zwei Navigationsverfahren.
Darüber, ab etwa 800 Euro, zahlst du für Dinge, die im kleinen Garten selten den Unterschied machen: große Akkus, Allradantrieb, LiDAR, mehrere Karten. Sinnvoll wird das erst bei Hanglage oder starker Verschattung.