Was sich bei 1.000 Quadratmetern ändert
Im kleinen Garten ist die Fläche in einem Durchgang erledigt, und der Roboter steht den Rest des Tages in der Station. Bei 1.000 Quadratmetern ist das vorbei. Ein durchschnittliches Gerät dieser Klasse mäht sechs bis acht Stunden, unterbrochen von zwei bis drei Ladepausen. Der Roboter ist also einen großen Teil des Tages unterwegs.
Daraus folgt die wichtigste Zahl in dieser Klasse: nicht die maximale Flächenangabe des Herstellers, sondern die Zeit für einen vollständigen Durchgang. Diese Angabe steht selten im Datenblatt, lässt sich aber überschlagen. Ein Gerät mit 22 Zentimetern Schnittbreite und etwa 0,3 Metern pro Sekunde legt in einer Stunde grob 200 Quadratmeter zurück, wenn man Überlappung und Wenden abzieht.
Der zweite Unterschied liegt bei der Navigation. Auf 1.000 Quadratmetern fällt schlechtes Bahnenmähen richtig ins Gewicht. Fährt ein Gerät ohne genaue Positionsbestimmung im Zufallsmuster, braucht es für dieselbe Fläche deutlich länger und lässt Stellen aus. Hier lohnt sich RTK zum ersten Mal wirklich.
Faustregel für die GrößeRechne die gemessene Rasenfläche mal 1,3 und wähle danach die Geräteklasse. Der Aufschlag deckt Verschnitt an Kanten, Sperrzonen und die Tatsache ab, dass Herstellerangaben unter Idealbedingungen entstehen. Bei 1.000 Quadratmetern Rasen landest du damit bei einem Gerät für 1.200 bis 1.300.
Worauf es in dieser Klasse ankommt
Ladezeit gegen Mähzeit
Zwei Geräte mit gleicher Flächenangabe können sich um Stunden unterscheiden. Entscheidend ist das Verhältnis: 90 Minuten mähen und 90 Minuten laden ist ein schlechteres Verhältnis als 150 Minuten mähen und 60 Minuten laden, selbst wenn beide dieselbe Fläche schaffen. Wer feste Ruhezeiten einhalten muss, etwa wegen der Nachbarn, sollte hier genau hinsehen.
Mobilfunk statt WLAN
Auf großen Grundstücken steht die Ladestation oft weit vom Haus entfernt. Reicht das WLAN nicht bis dorthin, verliert der Roboter die Verbindung zur App und bei RTK-Geräten auch die Korrekturdaten. Geräte mit eingebautem Mobilfunkmodul umgehen das. Diese Frage stellt sich im kleinen Garten praktisch nie und wird ab dieser Größe zum häufigsten Ärgernis.
Mehrere Zonen
Grundstücke dieser Größe sind selten eine zusammenhängende Fläche. Vorgarten, Hintergarten, ein Streifen hinter der Garage: Das Gerät muss mehrere Bereiche verwalten und wissen, wie es zwischen ihnen wechselt. Führt kein Rasenweg von A nach B, hilft auch die beste Software nicht, dann trägst du den Roboter hinüber.
Antenne oder nicht
Klassische RTK-Geräte brauchen eine Referenzantenne mit freier Sicht zum Himmel, meist an einem Mast oder der Hauswand. Auf 1.000 Quadratmetern ist die Reichweite dieser Antenne ein Thema, üblich sind rund 300 Meter Radius. Neuere Geräte holen die Korrektur stattdessen über das Mobilfunknetz, dann entfällt die Antenne. Dafür brauchst du Empfang am Grundstück. Die Sorge vor laufenden Kosten hat sich weitgehend erledigt: Mammotion stellt den Dienst samt Datenverbindung seit April 2026 dauerhaft kostenlos, und auch bei Navimow ist die Satellitenkorrektur über Mobilfunk ohne Gebühr.
Belege: Haus & Garten Test und techboys zur Folgekostenlage 2026. Stand August 2026.
Was hier weniger zählt
- Minimale Durchfahrtsbreite. Auf großen Flächen sind Engstellen seltener das Problem. Prüfe sie trotzdem, falls Vorgarten und Hintergarten über einen schmalen Weg verbunden sind.
- Lautstärke. Bleibt wichtig, aber der Abstand zum Nachbarn ist meist größer als im Reihenhausgarten.
- Kantenschnitt. Bei 1.000 Quadratmetern fällt ein stehen gebliebener Streifen weniger ins Auge als auf 120. Ein Rasentrimmer alle paar Wochen genügt.
Was es kostet
Die Klasse beginnt bei etwa 600 Euro. Dafür bekommst du ein Gerät für 800 Quadratmeter mit RTK, App und ordentlicher Hinderniserkennung, allerdings mit Antenne und ohne Mobilfunk.
Zwischen 900 und 1.100 Euro liegt der Bereich, in dem die meisten Geräte dieser Größe spielen. Hier kommen LiDAR oder eine Kombination mehrerer Verfahren dazu, dazu Mobilfunk, größere Akkus und eine brauchbare Kartenverwaltung.
Darüber, ab etwa 1.200 Euro, zahlst du für Allradantrieb, stärkere Motoren für Steigungen und Ausstattung wie Garage oder Kantenmähwerk. Sinnvoll wird das bei Hanglage oder wenn das Gerät ganzjährig draußen steht.