Mähroboterohne Begrenzungskabel

Verfahren 03 • Laser

LiDAR: Vermessung per Laser

Der Roboter bringt sein eigenes Licht mit und wird dadurch unabhängig von Sonne und Satellit. Das robusteste Verfahren, und bis vor Kurzem auch das teuerste.

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Ich verkaufe selbst nichts und teste die Geräte nicht in einem eigenen Labor. Die Angaben auf dieser Seite stammen aus den Herstellerangaben, den technischen Datenblättern und aus zusammengetragenen Erfahrungen aus dem Alltagsbetrieb. Preise und Verfügbarkeit werden automatisch aktualisiert und können sich jederzeit ändern, es gilt der Preis auf der Zielseite.

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Wie ein Laser einen Garten vermisst

LiDAR steht für Light Detection and Ranging. Das Gerät sendet kurze Laserimpulse aus und misst, wie lange sie brauchen, bis sie reflektiert zurückkommen. Aus der Laufzeit ergibt sich die Entfernung, aus der Richtung des Impulses der Winkel. Beides zusammen ergibt einen Punkt im Raum.

Weil das viele tausend Mal pro Sekunde geschieht und der Sensor dabei rotiert oder in verschiedene Richtungen strahlt, entsteht eine dreidimensionale Punktwolke der Umgebung. Der Roboter kennt damit nicht nur die Fläche, sondern auch die Höhe von Objekten, die Neigung des Geländes und den Verlauf von Mauern und Hecken.

Der entscheidende PunktWeil der Laser sein eigenes Licht erzeugt, ist er von der Beleuchtung unabhängig. Kein Sonnenstand, kein Schatten, kein Blenden. Und weil er nach vorn misst statt nach oben, stören ihn weder Baumkronen noch Hauswände.

Zwei Bauformen

Beim rotierenden LiDAR dreht sich der Sensor mechanisch und tastet dabei einen vollen Kreis ab. Das liefert eine Rundumsicht, ist aber ein bewegtes Bauteil, das verschleißen kann und Bauhöhe braucht.

Beim Solid-State-LiDAR gibt es keine bewegten Teile, die Strahlrichtung wird elektronisch gesteuert. Das ist kompakter und robuster, deckt dafür meist einen kleineren Winkelbereich ab. In Mährobotern findet man inzwischen beide Varianten, teils mit Sichtfeldern von 360 Grad in der Breite und rund 45 bis 60 Grad in der Höhe.

Was LiDAR nicht kann

Bei aller Robustheit hat auch dieses Verfahren blinde Flecken, und die sind für einen Mähroboter durchaus relevant.

  • Flache Übergänge. Ein Laser misst Geometrie, keine Farbe. Wo Rasen und Pflaster auf gleicher Höhe aneinanderstoßen, sieht LiDAR eine durchgehende Ebene. Die Grenze erkennt nur die Kamera.
  • Niedrige Kanten. Randsteine von zwei, drei Zentimetern liegen an der Auflösungsgrenze, besonders wenn sie schräg angefahren werden.
  • Sehr feine Objekte. Ein gespannter Gartenschlauch oder ein dünner Ast können durch das Raster der Messpunkte fallen.
  • Starker Regen und Nebel. Wassertropfen streuen den Laserstrahl. In der Praxis ist das kaum ein Problem, weil bei Regen ohnehin nicht gemäht wird.

Deshalb tritt LiDAR in Mährobotern praktisch nie allein auf, sondern immer zusammen mit einer Kamera. Der Laser liefert Geometrie und Entfernung, die Kamera liefert Kontext und Farbe. Erst zusammen ergibt das ein verlässliches Bild.

Lohnt sich der Aufpreis?

Die Antwort hängt fast ausschließlich am Grundstück. Auf einer offenen Rasenfläche mit freiem Himmel bringt LiDAR gegenüber einem guten RTK-Gerät wenig, kostet aber deutlich mehr.

Umgekehrt wird es klar, wenn der Garten von hohen Bäumen umstellt ist, wenn zwischen Haus und Zaun schmale Durchgänge liegen oder wenn der Roboter auch in der Dämmerung noch arbeiten soll. Dort scheitern RTK-Geräte am fehlenden Signal und Kameramodelle am fehlenden Licht, während LiDAR unbeeindruckt weitermacht.

Erwähnenswert ist außerdem, dass die Technik gerade schnell billiger wird. Was vor zwei Jahren noch der Oberklasse vorbehalten war, findet sich inzwischen in Geräten der Mittelklasse. Wer nicht dringend kaufen muss, gewinnt beim Warten.

Modelle mit LiDAR

Geräte, die den Garten per Laser vermessen. Fast alle kombinieren den Laser zusätzlich mit einer Kamera.

Laser plus Kamera MOVA LiDAX Ultra 800

MOVA LiDAX Ultra 800

MOVA
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Arbeitet vollständig ohne Satellitennavigation. Ein 360-Grad-3D-LiDAR und eine KI-Kamera vermessen den Garten und legen die Karte selbst an, auch bei schlechtem oder sehr grellem Licht. Die Messerscheibe lässt sich seitlich verschieben, dadurch kommt das Gerät bis auf etwa 5 Zentimeter an Wände und Hecken heran. Beim Mähen selbst überzeugt er: gleichmäßiges Bahnenmuster, sehr leiser Betrieb, und das seitlich ausfahrende Mähwerk kommt näher an Kanten heran als ältere Geräte. Schwächer ist die Software. Die automatische Kartierung erkennt Beetkanten und Randsteine oft nicht sauber, sodass der Roboter dabei ins Beet fahren kann. Es empfiehlt sich, die Karte gleich manuell anzulegen, danach läuft er zuverlässig. Auf weichem Boden hinterlassen die grobstolligen Räder Spuren.

Vorteile
  • Weder Kabel noch RTK-Station nötig
  • Funktioniert unabhängig von Licht und Satellitenempfang
  • Verschiebbare Messerscheibe für saubere Kanten
  • Erkennt über 300 Hindernisarten
  • Zwei getrennte Karten und bis zu 150 Zonen verwaltbar
  • Sehr leise, Schnitthöhe 3 bis 10 Zentimeter über die App
Zu beachten
  • Automatische Kartierung arbeitet nicht immer zuverlässig
  • Kartenbearbeitung in der App nur über Rechtecke, das ist umständlich
  • Erhöhte Randsteine werden nicht immer erkannt
  • Grobstollige Räder hinterlassen auf weichem Boden Spuren
Einordnung: Die richtige Wahl für verschattete Grundstücke, auf denen Satellitennavigation regelmäßig aussteigt. Nimm dir die Zeit für eine manuelle Kartierung, dann läuft er zuverlässig.
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Solid-State-LiDAR Segway Navimow i208 LiDAR

Segway Navimow i208 LiDAR

NAVIMOW
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Kombiniert ein Solid-State-LiDAR mit optischen Sensoren und arbeitet damit vollständig ohne Satellitensignal. Weder Begrenzungsdraht noch Antenne sind nötig, die Karte entsteht auf Knopfdruck. Über Alexa oder Google Home lässt sich der Mäher per Sprache starten, ein integriertes 4G-Modul hält die Verbindung ohne WLAN im Garten.

Vorteile
  • LiDAR und Kamera, zuverlässig bei Tag und Nacht
  • Erkennt über 200 Hindernisarten zentimetergenau
  • 4G bereits eingebaut, kein WLAN im Garten nötig
  • Steigungen bis 45 Prozent mit Geländereifen
  • Ortung über GPS, Geo-Fence und Apple Wo ist
Zu beachten
  • Mäher und Garage kommen in getrennten Sendungen
  • Deutlich teurer als vergleichbare RTK-Geräte
Einordnung: Wenn Satellitenempfang im Garten ein Dauerthema ist, löst dieses Gerät das Problem grundsätzlich. Das eingebaute 4G macht es unabhängig vom Gartensignal.
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Weitwinkel-Laser Mammotion Yuka mini 2 800 LiDAR

Mammotion Yuka mini 2 800 LiDAR

Mammotion

Setzt auf ein Weitwinkel-LiDAR mit 360 mal 45 Grad und rund 60 Metern Reichweite, dazu zwei Kameras. Daraus entsteht eine dreidimensionale Punktwolke des Gartens, auf deren Basis die Route geplant wird. Der DropMow-Modus erlaubt spontanes Mähen ohne vorherige Kartierung, praktisch für einmalige Einsätze. Seine Stärke ist der verwinkelte Garten. Auch bei mehreren getrennten Bereichen, Engstellen, Bäumen und Spielgeräten zieht er saubere Bahnen, die Kartierung ist schnell erledigt. Eine Einschränkung betrifft ausgerechnet das, wofür das LiDAR beworben wird: Im Dunkeln arbeitet er in der Praxis unregelmäßig und lässt Stellen aus. Wer nachts mähen lassen möchte, sollte das einkalkulieren.

Vorteile
  • Kommt mit verwinkelten Gärten und Engstellen gut zurecht
  • Erkennt über 300 Hindernisarten und schätzt deren Bewegung ein
  • DropMow-Modus ohne vorherige Kartierung
  • Erkennt Abhänge, Treppen und Poolränder als Absturzgefahr
  • Ladelimit einstellbar, das schont den Akku
Zu beachten
  • Nachtbetrieb funktioniert trotz LiDAR nicht zuverlässig
  • Nur fünf Mähzonen, weniger als bei manchem Mitbewerber
  • Engstellen erst ab 55 Zentimeter Breite
Einordnung: Stark bei Hinderniserkennung und verwinkelten Grundrissen, also dann interessant, wenn oft Kinder oder Tiere im Garten sind. Für den Nachtbetrieb ist er trotz LiDAR nicht die erste Wahl.
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Weitere LiDAR-Modelle

Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro

Zwei Laser

Navigiert über zwei 360-Grad-LiDAR-Sensoren, kartiert automatisch und schafft Steigungen bis 50 Prozent.

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MOVA ViAX 500

Mittlere Fläche

Kombiniert ein 360-Grad-LiDAR mit zwei KI-Kameras und arbeitet ohne Kabel und ohne RTK-Station.

599,00 € Bei Amazon ansehen

Ecovacs Goat O1200

Große Fläche

Dual-LiDAR mit automatischer Kartierung und präzisem Kantentrimmen, ausgelegt auf 1.200 Quadratmeter.

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Häufige Fragen zu LiDAR

Ist der Laser gefährlich für Augen?

Nein. In Consumer-Geräten kommen Laser der Klasse 1 zum Einsatz, die unter allen vorhersehbaren Bedingungen als augensicher gelten. Sie arbeiten meist im Infrarotbereich mit sehr geringer Leistung. Das gilt für Menschen wie für Haustiere.

Mäht ein LiDAR-Gerät zuverlässig im Dunkeln?

Vom Prinzip her ja, das ist der große Vorteil gegenüber Kameramodellen. In der Praxis fällt das Ergebnis bei manchen Geräten trotzdem schlechter aus, weil die begleitende Kamera für die Feinerkennung fehlt. Wenn Nachtbetrieb für dich wichtig ist, lohnt der gezielte Blick in die Produktangaben.

Braucht LiDAR eine Antenne oder Internet?

Für die Navigation nicht. Die Vermessung läuft vollständig an Bord, ohne Satellit, ohne Referenzstation, ohne Mobilfunk. Verbindung brauchst du für Einrichtung, App und Updates.

Wie lange hält ein rotierender LiDAR-Sensor?

Belastbare Langzeitdaten für Mähroboter gibt es noch nicht, die Geräte sind dafür zu neu. Aus anderen Anwendungen sind rotierende Sensoren als Verschleißteil bekannt. Solid-State-Varianten ohne bewegte Teile haben hier konstruktiv einen Vorteil.

Erkennt LiDAR meinen Igel?

Ein Objekt in dieser Größe erkennt der Laser zuverlässig als Hindernis. Dass es sich um ein Lebewesen handelt und nicht um einen Stein, weiß er allerdings nicht. Diese Unterscheidung leistet die Kamera. Für den Tierschutz zählt deshalb die Kombination, nicht der Laser allein.

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