Was eine Garage wirklich bringt
Der Roboter selbst ist wetterfest, sonst könnte er nicht mähen. Die meisten Geräte sind nach IPX4 bis IPX6 geschützt und überstehen Regen problemlos. Der wunde Punkt ist die Ladestation: Dort liegen die Kontakte frei, und dort steht das Gerät den größten Teil des Tages.
Was eine Garage tatsächlich verhindert, ist deshalb weniger der Wassereintritt als der Verschleiß an genau dieser Stelle. Dauerregen führt zu Korrosion an den Ladekontakten, Laub und Blütenstaub setzen sich zwischen Station und Gerät, und die UV-Strahlung macht das Kunststoffgehäuse über die Jahre spröde und blass.
Der zweite Effekt ist die Temperatur. Ein Akku, der im Hochsommer stundenlang in der prallen Sonne steht, altert schneller. Ein Schattendach kostet weniger als ein Ersatzakku.
Wann du keine brauchstSteht die Ladestation unter einem Vordach, einer dichten Hecke oder an einer schattigen Hauswand, ist die Garage überflüssig. Sie löst dann kein Problem, das nicht schon gelöst wäre. Der Vorteil greift dort, wo die Station frei auf dem Rasen steht.
Die drei Maße, die du vorher brauchst
Der häufigste Ärger nach dem Kauf entsteht, weil die Garage nicht passt. Drei Werte reichen, um das auszuschließen:
- Grundfläche der Station samt Gerät. Nicht nur den Roboter messen. Er dockt an der Station an und steht damit länger, als er selbst ist. Rechne mindestens zehn Zentimeter Zugabe nach hinten.
- Höhe des Geräts. Meist unkritisch, aber Modelle mit LiDAR-Turm auf dem Deckel brauchen mehr als flache Geräte.
- Freiraum vor der Station. Der Roboter fährt gerade an und muss das ungehindert tun können. Eine Garage mit zu engem Einfahrtsmaß führt zu Fehlversuchen beim Andocken.
Holz oder Metall
Beides funktioniert, die Entscheidung fällt eher nach Optik und Pflegebereitschaft als nach Haltbarkeit.
Holz fügt sich in Beete und Staudenpflanzungen ein und heizt sich in der Sonne weniger auf. Dafür braucht es alle paar Jahre eine Behandlung, sonst vergraut es und die Latten arbeiten.
Verzinktes Metall ist wartungsfrei und hält praktisch unbegrenzt. Es wird in der prallen Sonne allerdings heiß, was den Kühleffekt teilweise aufhebt. In voller Südlage ist ein helles oder bepflanztes Dach die bessere Wahl als dunkles Anthrazit.
Details, die im Alltag zählen
Klappbares Dach
Der praktischste Unterschied zwischen den Modellen. Bei starren Garagen musst du den Roboter herausziehen, um an die Tasten zu kommen. Bei einem Dach mit Gasdruckfeder klappst du es einfach auf. Wer die Schnitthöhe häufiger verstellt oder ein Gerät ohne vollständige App-Steuerung hat, merkt das täglich.
Kabeldurchlass
Das Netzkabel der Ladestation muss irgendwo heraus. Modelle mit vorgesehenem Durchlass samt Gummitülle lösen das sauber. Ohne Durchlass klemmt das Kabel unter der Kante, was auf Dauer die Isolierung beschädigt.
Verankerung
Eine leichte Garage kippt bei Sturm. Erdnägel für den Rasen oder Bohrlöcher für Pflaster sollten vorgesehen sein. Bei Metallgaragen mit großer Dachfläche ist das kein Detail, sondern Bedingung.
Kantenschutz
Scharfe Blechkanten in Kniehöhe sind eine Gefahrenquelle, besonders bei Kindern und Haustieren. Gute Modelle haben rundum einen Schutz, das steht meist in den technischen Angaben.
Was es kostet
Einfache Holzunterstände beginnen bei etwa 50 Euro. Metallgaragen mit Klappdach liegen zwischen 75 und 120 Euro. Universalmodelle und Ausführungen mit Pflanzkasten reichen bis etwa 150 Euro. Herstellergaragen kosten oft mehr, passen dafür ohne Nacharbeit.
Wer handwerklich geschickt ist, kommt mit einem Eigenbau günstiger weg und kann die Maße genau auf das eigene Gerät abstimmen. Wie das geht, steht in der Bauanleitung.