Das Wichtigste vorwegDer Akku entscheidet. Lade ihn vor der Pause auf 80 bis 85 Prozent, nicht leer und bei aktuellen Geräten auch nicht randvoll, und lade ihn alle 90 bis 120 Tage nach. Tiefentladung ist der häufigste Winterschaden, und sie ist bei fast allen Herstellern ausdrücklich von der Garantie ausgenommen. Der zweite Punkt betrifft nur kabellose Geräte: Die gespeicherte Karte hängt nicht am Strom, sondern an der Position von Antenne und Ladestation. Wer beides an derselben Stelle wieder aufbaut, muss im Frühjahr nicht neu kartieren.
Wann der Roboter in die Pause gehört
Der Zeitpunkt richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Gras. Unterhalb von etwa 8 Grad wächst es kaum noch, und gefrorene Halme sind druckempfindlich. Husqvarna formuliert das so: Theoretisch könne der Mäher im gesamten Betriebstemperaturbereich arbeiten, nötig sei das unterhalb dieser Schwelle aber nicht mehr, und bei Frost im Garten sei der Rasen besonders trittempfindlich. In der Praxis liegt der Termin damit meist zwischen Mitte Oktober und Mitte November, je nach Lage und Jahr.
Zwei Dinge gehören noch vor die letzte Fahrt. Lass das Gras etwas länger stehen als im Sommer, Husqvarna empfiehlt 6 bis 8 Zentimeter, weil längere Halme den Rasen im Winter besser schützen. Und denk daran, dass der Sonnenuntergang im Herbst schnell wandert: Wo eine Kommune den Nachtbetrieb verboten hat, rutscht ein starrer Zeitplan bis 20 Uhr im Oktober in die verbotene Zeit. Welche Orte das betrifft, steht im Beitrag zum Nachtverbot für Mähroboter.
Der Akku ist das teuerste Teil
Hier wird der meiste Schaden angerichtet, und zwar nicht durch Frost, sondern durch Nichtstun. Jeder Akkupack hat eine Schutzelektronik, die dauerhaft ein wenig Strom zieht. Über fünf Monate reicht das, um einen halbvollen Akku in die Tiefentladung zu schicken. Danach nimmt er dauerhaft Schaden, und genau dafür kommt kein Hersteller auf.
Segway Navimow schreibt es im Handbuch so deutlich, dass man es zitieren muss: Vor der Lagerung sei der Akku auf 85 Prozent oder mehr zu laden, um eine Tiefentladung zu vermeiden, die dauerhaften Schaden verursache. Und weiter: Ein durch Tiefentladung verursachter Akkuschaden falle nicht unter die Garantie. Wortgleiche Sätze stehen bei Anthbot, Sunseeker, Airseekers, Dreame, MOVA und Ecovacs in den Handbüchern.
Beim Zielwert gehen die Marken auseinander, und einzelne widersprechen sich sogar selbst. Die aktuellen kabellosen Geräte liegen bei 80 bis 85 Prozent: Navimow nennt 85, Mammotion für die Luba 3 mindestens 80, Anthbot 80. Ältere Handbücher und die Kabelgeräte-Hersteller schreiben schlicht „vollständig aufladen". Wichtiger als die genaue Zahl ist ohnehin der zweite Teil, den kaum ein Ratgeber erwähnt: nachladen während der Pause. Mammotion verlangt das alle 90 Tage, Navimow und Anthbot alle 120 Tage, Worx sogar alle zwei Monate, Dreame, MOVA und Ecovacs halbjährlich. Wer im Oktober einlagert, sollte sich also spätestens für Januar eine Erinnerung setzen.
Betriebstemperatur und Ladetemperatur sind zwei verschiedene Dinge
Das ist der Punkt, an dem im Spätherbst die meisten Fehlersuchen anfangen. Ein Gerät darf oft noch fahren, wenn es längst nicht mehr laden darf, weil Lithium-Ionen-Zellen beim Laden empfindlicher auf Kälte reagieren als beim Entladen. Husqvarna stellt beide Werte nebeneinander: Betrieb von 0 bis 50 Grad, Laden nur von 0 bis 45 Grad. Navimow trennt schärfer und verbietet das Laden unterhalb von 5 Grad. Dreame und MOVA sperren es bereits unter 6 Grad und schalten die Arbeit erst wieder frei, wenn es über 11 Grad warm ist.
Praktisch heißt das: Wenn der Roboter im November plötzlich in der Station steht und nicht mehr lädt, ist meist nicht die Elektronik defekt, sondern schlicht die Ladeschutzschaltung aktiv. Das ist auch der Grund, warum das Nachladen im Winter in einen frostfreien Raum gehört und nicht in die kalte Garage.
Was bei Geräten ohne Begrenzungskabel anders ist
Ein Vorteil vorweg: Der klassische Winterschaden am Begrenzungskabel entfällt. Kein Draht im Boden, der durch Frostaufbruch, Wühlmäuse oder den Spaten im Frühjahr reißt, also auch keine Kabelbruchsuche im März. Dafür kommen drei andere Punkte dazu, die in den Anleitungen der Kabelgeräte-Hersteller naturgemäß fehlen.
Die Antenne: abdecken oder abbauen
Bei Geräten mit RTK-Korrektur steht irgendwo im Garten oder an der Hauswand eine Referenzstation. Was damit im Winter passiert, hängt von der Montageart ab. Navimow unterscheidet klar: Sitzt die Antenne an Wand oder Dach, bleibt sie oben und wird mit einer Plastikhülle oder Schutzkappe abgedeckt. Steckt sie auf einer Stange im Boden, wird nur der Antennenkopf abgeschraubt, der untere Teil bleibt stehen.
Mammotion macht es an der Temperatur fest. Oberhalb von minus 20 Grad reicht es, die Station vom Strom zu trennen, das Kabel aufzuwickeln, die Schutzkappe festzuziehen und alles abzudecken. Erst darunter muss die Bodenstation komplett abgebaut werden, und dann verlangt der Hersteller ausdrücklich, vorher die Karte in der App zu löschen. Ein Detail aus der Anleitung zur ersten Luba-Generation, das sonst nirgends steht: ein Trockenmittelbeutel in die abgedeckte Station, und der Knoten der Plastikhülle gehört nach unten, damit kein Wasser hineinläuft.
Ecovacs geht den strengsten Weg und will beide Stationen im Haus haben, mit einer Begründung, die nichts mit dem Akku zu tun hat: Es gehe darum, Signalkabel und Elektronik vor Frostschäden zu schützen. Die dokumentierte Gegenposition liefert Husqvarna für sein EPOS-System, dessen Referenzstation laut Hersteller wetterfest ist, ganzjährig draußen bleiben darf und dabei Lagertemperaturen von minus 20 bis plus 70 Grad verträgt. Wer eine solche Station hat, lässt sie am Netz und behält alle virtuellen Begrenzungen.
Die Karte hängt an der Position, nicht am Strom
Das ist der hartnäckigste Irrtum zum Thema. Kein einziger Hersteller schreibt, dass die gespeicherte Gartenkarte verloren geht, wenn Roboter und Station über den Winter stromlos im Keller stehen. Was die Karte kostet, ist das Versetzen von Antenne oder Ladestation, denn die gesamte Karte ist auf deren tatsächliche Position gerechnet. Mammotion sagt es am klarsten: Wer die Referenzstation nicht bewegt, muss in der nächsten Saison weder löschen noch neu kartieren.
Deshalb lohnt eine Minute Vorbereitung beim Abbau. Markiere die Position der Ladestation, bevor du sie wegnimmst. Navimow liefert dafür vier Silikonstifte mit, die im Boden bleiben, und nennt die Toleranz, die dabei einzuhalten ist: Die Abweichung zur Vorjahresposition soll 5 Zentimeter nicht überschreiten. Ecovacs formuliert die Folge eines Fehlers unmissverständlich: Werden die Stationen nicht an ihrer ursprünglichen Position aufgebaut, drohen Positionsfehler oder eine ungültige Karte. Eine Ausnahme sind Dreame und MOVA, die die Ladestation softwareseitig neu einmessen, sobald der Roboter sie das erste Mal verlässt.
Linsen und Laser vor dem Umdrehen schützen
Für die Reinigung muss der Roboter auf den Rücken, und genau da passiert der teuerste vermeidbare Schaden. Dreame und MOVA warnen ausdrücklich davor, das Gerät ohne aufgesetzte Schutzabdeckung über den LiDAR-Sensor umzudrehen. Ecovacs verlangt dasselbe für die Panoramakamera, und zwar sowohl beim Messerwechsel als auch bei der Reinigung. Airseekers verbietet das Umdrehen gleich ganz, um Gehäuse und Kameras nicht zu zerkratzen.
Die Linsen selbst brauchen nur ein weiches, trockenes Tuch, keine Reinigungsmittel und nichts Kratzendes. Mammotion begründet den Aufwand: Eine saubere Linse sei entscheidend für die Leistung des Kameramoduls. Wer im Frühjahr über sprunghaftes Fahrverhalten klagt, hat oft nur eine blinde Kamera.
Reinigen, aber nicht mit Druck
Der Hochdruckreiniger ist bei jeder einzelnen ausgewerteten Marke verboten, meist als Warnung ausgezeichnet. Die Begründung ist überall dieselbe: Wasser unter Druck geht durch die Dichtungen und zerstört Elektronik und Mechanik. Worx schreibt es in Großbuchstaben, Ecovacs und Sunseeker erklären den Mechanismus, Husqvarna setzt eine ausdrückliche Warnung davor.
Beim Gartenschlauch unterscheiden sich die Marken dagegen, und das sollte man vor dem Wasserhahn wissen. Ausdrücklich erlaubt ist er bei Navimow, Dreame, MOVA, Worx, Sunseeker und Anthbot. Ecovacs nennt in seinen Anleitungen ausschließlich Bürste und trockenes Tuch. Husqvarna führt eine Positivliste, weil es vom Modell abhängt. Lösungsmittel, Alkohol, Benzin und Aceton sind durchgehend tabu. Und ein Hinweis von Mammotion, der leicht untergeht: Wer den Roboter zum Reinigen umdreht, muss ihn danach wieder richtig herum hinstellen, sonst läuft Wasser in den Motor.
Messer wechseln, und zwar mit den Schrauben
Ob die neuen Klingen vor oder nach der Pause kommen, sehen die Hersteller unterschiedlich. Husqvarna und Worx empfehlen den Wechsel vor dem Einlagern, weil frische Klingen nicht rosten und die erste Fahrt im Frühjahr sauber schneidet. Ecovacs führt die Prüfung erst im Frühjahrskapitel. Navimow geht einen dritten Weg und baut die Messer vor der Einlagerung einfach aus.
Einig sind sich alle bei zwei Dingen. Die Intervalle sind kürzer, als die meisten denken, sie reichen von drei bis sechs Wochen bei Husqvarna über 80 Betriebsstunden bei Navimow bis zu drei Monaten oder 150 Stunden bei Mammotion. Und die Schrauben gehören immer mitgewechselt. Husqvarna begründet es damit, dass wiederverwendete Schrauben im Betrieb dazu führen können, dass sich Klingen lösen.
Wohin mit dem Gerät
Trocken und frostfrei, darauf laufen alle Angaben hinaus. Husqvarna nennt Garage, Schuppen und Keller ausdrücklich, aber mit der Bedingung, dass es dort über null Grad bleibt, und mit einem Detail, das gern vergessen wird: Der Mäher soll auf allen Rädern auf einer ebenen Fläche stehen, nicht hochkant. Dreame und MOVA fordern ebenfalls über null Grad, Navimow nennt einen Korridor von 5 bis 45 Grad, Mammotion macht das Hereinholen bei minus 10 Grad zur Pflicht.
Damit ist auch die häufigste Frage beantwortet: Eine unbeheizte Garage reicht nur, solange sie zuverlässig über dem Gefrierpunkt bleibt. In einer kalten Woche in Mitteldeutschland tut sie das nicht. Im Freien in der Ladestation überwintern darf das Gerät bei keinem Hersteller. Husqvarna lässt es allenfalls als Notlösung zu, dann aber ausdrücklich mit angeschlossenem Netzteil. Eine Mähroboter-Garage ersetzt den Innenraum nicht, sie schützt die Station im Betrieb, und Navimow verlangt sogar, das Dach selbst unter null Grad einzulagern.
Der Rasen selbst braucht im Winter übrigens auch Ruhe. Laubhaufen und Reisig, die jetzt liegen bleiben, sind Winterquartiere für Igel, die im Herbst noch unterwegs sind. Was das für den Mähbetrieb bedeutet, steht auf der Seite zu Mährobotern und Igeln.
Im Frühjahr wieder anfangen
Die Reihenfolge ist wichtiger, als sie klingt. Navimow beschreibt sie für alle Modelle gleich: erst die Antenne zurück an ihren Platz, dann die Ladestation an den markierten Löchern ausrichten und anschließen, dann den Roboter davor setzen und ihn selbst zur Station fahren lassen. Erst wenn das Andocken und Laden funktioniert, wird die Station festgeschraubt. Wer zuerst schraubt und dann testet, baut im Zweifel zweimal.
Das Firmware-Update gehört an diese Stelle, nicht vor die Pause. Navimow weist in jeder Frühjahrsanleitung darauf hin, dass während des Winters neue Versionen erschienen sind, und nennt die Bedingungen: Gerät in der Ladestation, stabile Verbindung, mehr als 20 Prozent Akku. Husqvarna schreibt dasselbe. Ein Update vor dem Einlagern empfiehlt dagegen kein einziger Hersteller.
Mit dem ersten Schnitt solltest du warten, bis das Gras aktiv wächst, also etwa ab 8 Grad und einer Höhe von 5 bis 7 Zentimetern. Zu früh gemäht schadet den Halmen. Und wenn der Rasen über den Winter länger geworden ist als die zulässige Einstiegshöhe deines Geräts, kürze ihn einmal mit dem Handmäher vor. Navimow nennt je nach Modell 6 bis 9,5 Zentimeter als Grenze für die erste Fahrt und empfiehlt, die Schnitthöhe zunächst hoch zu setzen und erst schrittweise abzusenken.