Warum das ein eigenes Thema ist
RTK, Kamera und LiDAR beantworten die Frage, wo der Roboter ist. Keines dieser Verfahren beantwortet die Frage, ob gerade etwas vor ihm liegt, das nicht überfahren werden darf. Dafür gibt es eine eigene Sensorik, und die unterscheidet sich zwischen Geräten deutlich stärker als die Navigation.
Für die Kaufentscheidung ist das oft der wichtigere Punkt. Ob ein Roboter zentimetergenau oder nur fast zentimetergenau fährt, merkst du im Zweifel nie. Ob er ein Kinderspielzeug zerhäckselt oder umfährt, merkst du sofort.
Die drei Stufen
Stufe 1: Stoßsensor
Die einfachste und älteste Lösung. Das Gehäuse ist beweglich gelagert, ein Kontakt löst beim Anstoßen aus, der Roboter stoppt und weicht aus. Das funktioniert bei festen, standfesten Objekten wie einem Baumstamm zuverlässig.
Der Haken: Erkennung geschieht erst beim Kontakt. Für ein Tier oder ein umkippendes Objekt ist das zu spät. Auch niedrige Gegenstände unterhalb der Stoßleiste werden schlicht überfahren.
Stufe 2: Ultraschall
Ein Sensor sendet Schallimpulse aus und misst die Reflexion, wie ein Einparkhilfe im Auto. Das erkennt Hindernisse berührungslos, der Roboter bremst rechtzeitig ab.
Ultraschall ist allerdings grob. Er sagt, dass in einer Richtung etwas ist, aber nicht was und nicht genau wo. Weiche Objekte schlucken den Schall, und ein Tier im hohen Gras kann ganz übersehen werden.
Stufe 3: Kamera mit Objekterkennung
Hier wertet ein trainiertes Modell das Kamerabild aus und ordnet Objekte Kategorien zu. Aktuelle Geräte werben mit zweihundert bis dreihundert erkannten Objektarten, darunter ausdrücklich Igel, Katzen, Gartenschläuche, Spielzeug und Gartenmöbel.
Der Unterschied liegt nicht nur im Ausweichen, sondern im Verhalten. Ein Gerät, das ein Lebewesen erkennt, hält größeren Abstand als bei einem Blumentopf. Manche Modelle reduzieren zusätzlich das Tempo, wenn sie sich einer Stelle nähern, an der zuvor jemand stand.
Praktische KonsequenzWenn Kinder oder Haustiere im Garten unterwegs sind, ist ein Gerät mit Kamera-Objekterkennung kein Luxus. Stoßsensoren allein reichen dafür nicht aus, unabhängig davon, wie gut das Gerät navigiert.
Der Igel
Das Thema hat gute Gründe. Igel rollen sich bei Gefahr zusammen, statt zu fliehen, und sie sind in der Dämmerung und nachts unterwegs. Beides zusammen macht sie zu den häufigsten Opfern.
Was hilft, in dieser Reihenfolge:
- Nicht in der Dämmerung und nicht nachts mähen. Das ist die mit Abstand wirksamste Maßnahme und kostet nichts. Stell die Mähzeiten auf den späten Vormittag oder frühen Nachmittag.
- Ein Gerät mit optischer Objekterkennung wählen. Mehrere Hersteller trainieren ihre Modelle inzwischen ausdrücklich auf Igel.
- Rückzugsorte als Sperrzone anlegen. Laubhaufen, Reisighaufen und Hecken sind typische Igelquartiere. Ein Rechteck in der App kostet zwei Minuten.
- Vor dem Mähen kurz schauen. Bei einem Roboter mit festem Zeitplan lässt sich das nicht immer machen, hilft aber im Zweifel am meisten.
Absturz und Hangkante
Ein Aspekt, der selten erwähnt wird: Nicht jedes Hindernis steht im Weg, manche fehlen. Teichränder, Treppenabgänge, Stützmauern und Kellerabgänge sind für einen Roboter gefährlicher als jeder Baumstamm.
Geräte mit LiDAR oder Kamera erkennen solche Kanten, weil sie Höhenunterschiede sehen. Bei einfacheren Modellen musst du diese Bereiche zwingend als Sperrzone eintragen. Verlass dich hier nicht auf die Automatik, sondern prüfe die Karte nach der Ersteinrichtung gezielt an genau diesen Stellen.
Was Sicherheitsfunktionen sonst noch abdecken
- Hebeschutz. Wird der Roboter angehoben, stoppt das Mähwerk sofort. Das ist bei allen aktuellen Geräten Standard.
- Neigungssensor. Kippt das Gerät über einen Grenzwert, schaltet es ab.
- Not-Aus. Ein physischer Knopf am Gerät, der unabhängig von App und Software funktioniert.
- Regensensor. Schickt den Roboter bei Nässe zurück. Schont Rasen und Mähwerk.
- Diebstahlschutz. Meist PIN-Sperre plus Ortung, teils über Mobilfunk, teils über Netzwerke wie Apple Wo ist.