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Ich verkaufe selbst nichts und teste die Geräte nicht in einem eigenen Labor. Die Angaben stammen aus den Herstellerangaben, den technischen Datenblättern und aus zusammengetragenen Erfahrungen aus dem Alltagsbetrieb. Preise und Verfügbarkeit werden automatisch aktualisiert und können sich jederzeit ändern, es gilt der Preis auf der Zielseite.

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Mähroboterohne Begrenzungskabel

Verfahren 01 • Satellit

RTK-GNSS: Navigation über Satellit

Zentimetergenau statt meterweit daneben. Wie die Korrektur funktioniert, warum manche Geräte noch eine Antenne brauchen und andere nicht mehr.

Das Grundproblem

Ein normaler Satellitenempfänger, wie er in jedem Smartphone steckt, bestimmt seine Position auf einige Meter genau. Für die Navigation im Auto reicht das, für einen Mähroboter ist es unbrauchbar. Bei drei Metern Abweichung mäht das Gerät im Nachbargarten oder im Blumenbeet.

Der Fehler entsteht vor allem in der Atmosphäre. Die Signale der Satelliten durchqueren Ionosphäre und Troposphäre und werden dabei unterschiedlich stark verzögert. Diese Verzögerung ändert sich ständig, lässt sich aber messen.

Der Trick mit der Referenzstation

Genau hier setzt RTK an, das Kürzel steht für Real Time Kinematic. Eine zweite Empfangseinheit steht an einem Ort, dessen Position exakt bekannt ist. Sie empfängt dieselben Satellitensignale und vergleicht die daraus berechnete Position mit ihrer tatsächlichen. Die Differenz ist der aktuelle Fehler.

Diesen Korrekturwert funkt die Station an den Roboter, der ihn auf seine eigene Messung anwendet. Weil beide dieselben Satelliten unter fast identischen atmosphärischen Bedingungen sehen, hebt sich der Fehler weitgehend auf. Übrig bleiben ein bis zwei Zentimeter Abweichung.

Was das im Garten bedeutetDer Roboter weiß nicht nur ungefähr, wo er ist, sondern kennt seine Position so genau, dass er geplante Bahnen abfahren kann. Daher das gleichmäßige Streifenmuster, das Kabelgeräte mit ihrem Zufallsprinzip nie hinbekommen.

Antenne im Garten oder Netzwerk-RTK

Bei der klassischen Bauform gehört die Referenzstation zum Lieferumfang. Sie kommt an einen Punkt mit möglichst freier Sicht zum Himmel, oft auf einen Mast neben der Ladestation oder an die Hauswand. Sie braucht Strom und muss dauerhaft an derselben Stelle bleiben, denn ihre Position ist die Grundlage der ganzen Rechnung. Das gilt über den Winter hinweg: Wer die Station beim Winterfestmachen abbaut und im Frühjahr versetzt wieder aufstellt, muss den Garten neu kartieren.

Seit einiger Zeit geht es auch ohne. Beim Netzwerk-RTK bezieht der Roboter die Korrekturdaten über Mobilfunk von einem Netz fester Referenzstationen, das ohnehin für Vermessung und Landwirtschaft existiert. Für dich heißt das: keine Antenne, kein Mast, nichts im Garten. Voraussetzung ist Mobilfunkempfang auf der Fläche, und der Hersteller muss die Datenverbindung bereitstellen, was inzwischen meist ohne Zusatzkosten geschieht.

Der Unterschied in der Praxis

  • Eigene Antenne: unabhängig von Mobilfunk, dafür ein Gerät mehr im Garten, das einen guten Platz braucht. Die Ersteinrichtung kann sich hinziehen, bis genügend Satelliten gefunden sind.
  • Netzwerk-RTK: nichts aufzustellen, Einrichtung in Minuten. Dafür bist du auf Mobilfunkempfang und auf den Dienst des Herstellers angewiesen.
  • RTK aus der Cloud: Variante desselben Prinzips, bei der die Korrektur über die Internetverbindung läuft. Braucht dann allerdings stabiles WLAN bis in den Garten.

Wo RTK an Grenzen stößt

Das Verfahren steht und fällt mit der Sicht zum Himmel. Drei Situationen machen regelmäßig Probleme:

  1. Dichte Baumkronen. Blätter und Äste dämpfen das Signal so stark, dass die Korrektur zusammenbricht. Im Frühjahr funktioniert es noch, im Hochsommer nicht mehr.
  2. Hohe Hauswände. Hier ist nicht die Abschattung das Hauptproblem, sondern die Reflexion. Signale erreichen den Empfänger auf Umwegen, was die Positionsberechnung verfälscht.
  3. Schmale Durchgänge. Ein Weg zwischen Haus und Zaun kombiniert beide Effekte und ist die klassische Stelle, an der ein reines RTK-Gerät hängen bleibt.

Deshalb kombinieren praktisch alle aktuellen Geräte RTK mit einer Kamera. Bricht das Satellitensignal ab, übernimmt die optische Positionsbestimmung, bis wieder genug Satelliten in Sicht sind. Wie gut dieser Übergang funktioniert, ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den Modellen.

Modelle mit RTK-Navigation

Eine Auswahl aktueller Geräte, die per Satellit navigieren. Preise und Verfügbarkeit werden automatisch aktualisiert.

Netzwerk-RTK Segway Navimow i205 AWD

Segway Navimow i205 AWD

NAVIMOW
899,00 € bei Amazon

Preis abgerufen am 14.09.2026 um 12:37 Uhr. Bei Amazon kann er sich jederzeit ändern.

Nachfolger des i105E für Flächen bis 500 Quadratmeter. Navigiert über Netzwerk-RTK zusammen mit Kameraerkennung, eine eigene RTK-Antenne im Garten entfällt damit. Der Allradantrieb mit elektronischer Stabilitätskontrolle ist auf Steigungen bis 45 Prozent ausgelegt, das dritte Rad erlaubt Wenden auf der Stelle, ohne die Grasnarbe aufzureißen. Im Alltag fällt vor allem auf, wie schnell die Einrichtung von der Hand geht und wie gleichmäßig das Bahnenmuster ausfällt. Zwei Dinge sollte man einplanen: Eine Akkuladung reicht für etwa hundert Quadratmeter, ein voller Durchgang zieht sich also über mehrere Stunden mit Ladepausen. Und am Rand bleibt ein Streifen von rund zehn Zentimetern stehen, der von Hand nachgearbeitet werden muss. Ein stabiles WLAN im Garten ist Voraussetzung.

Vorteile
  • Netzwerk-RTK plus Kamera, keine Antenne im Garten nötig
  • Allradantrieb für Steigungen bis 45 Prozent
  • Wendet auf der Stelle, ohne den Rasen zu beschädigen
  • Bis zu 20 Mähzonen verwaltbar
  • Mobilfunkdaten für das Netzwerk-RTK ohne Zusatzkosten
Zu beachten
  • Kleiner Akku mit 2,5 Ah, rund 125 Quadratmeter pro Ladung
  • Lässt am Rand einige Zentimeter stehen, Kanten muss man nachtrimmen
  • Mäher und Garage werden getrennt versendet
Einordnung: Sinnvoll, wenn der Garten Steigungen oder unebenes Gelände hat und du dir die Montage einer RTK-Antenne sparen willst. Für Rasenkanten brauchst du weiterhin einen Trimmer.
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RTK mit Antenne Ecovacs Goat O600

Ecovacs Goat O600

ECOVACS
499,00 € bei Amazon

Preis abgerufen am 14.09.2026 um 12:37 Uhr. Bei Amazon kann er sich jederzeit ändern.

RTK-Navigation kombiniert mit einem visuellen Positionssystem, das einspringt, wenn das Satellitensignal im Schatten von Bäumen oder Gebäuden schwächer wird. Legt die Karte selbstständig an, die Einrichtung ist laut Hersteller in etwa einer Viertelstunde erledigt. Die Schnitthöhe lässt sich in Zentimeterschritten von 3 bis 8 Zentimeter einstellen. Das Mähergebnis ist unstrittig gut, mit sauberem Bahnenmuster und wenig Nacharbeit am Rand. Bei der Einrichtung geht die Erfahrung dagegen auseinander: Mal steht alles nach zwanzig Minuten, mal braucht die Antenne mehrere Anläufe, bis sie genug Satelliten findet. Die angegebene Fläche schafft er nicht am Stück, schon bei gut zweihundert Quadratmetern legt er eine Ladepause ein. In der Dämmerung verliert er die Orientierung.

Vorteile
  • RTK und Kamera ergänzen sich bei schwachem Signal
  • Karte wird automatisch erzeugt und ist danach bearbeitbar
  • Erkennt über 200 Hindernisarten, darunter Igel
  • Kommt durch Engstellen ab 0,7 Meter Breite
  • Schnitthöhe fein in Zentimeterschritten einstellbar
Zu beachten
  • Antenne braucht mitunter mehrere Anläufe, bis der Empfang steht
  • Schafft die angegebene Fläche nicht in einem Durchgang
  • Nachtbetrieb ist nicht seine Stärke
  • Steigung bis 45 Prozent, darüber nicht mehr geeignet
Einordnung: Guter Mittelweg aus Preis und Ausstattung für normal geschnittene Gärten mit ein paar schattigen Ecken. Plane für die Ersteinrichtung lieber einen halben Tag ein.
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RTK aus der Cloud Worx Vision Cloud WR304E

Worx Vision Cloud WR304E

WORX
734,02 € bei Amazon

Preis abgerufen am 14.09.2026 um 12:37 Uhr. Bei Amazon kann er sich jederzeit ändern.

Holt sich die RTK-Korrekturdaten aus der Cloud statt von einer Antenne im Garten, Zusatzkosten fallen dafür nicht an. Wird das Signal im Schatten schwächer, übernimmt eine kamerabasierte Positionsbestimmung. Die Kamera erkennt zudem, welche Kanten überfahrbar sind und welche nicht, und mäht entsprechend dicht heran. Läuft die Technik, stimmt das Ergebnis: sauberes Schnittbild, sehr leiser Betrieb, Einrichtung in etwa einer halben Stunde. Der wunde Punkt ist die Netzabhängigkeit. Ohne stabiles WLAN bis in den Garten arbeitet das Gerät kaum, die Verbindungsherstellung braucht mitunter viele Anläufe. Dazu kommt der kleine Akku, der für die angegebenen vierhundert Quadratmeter mehrere Ladepausen nötig macht. Für sauberen Kantenschnitt muss das Cut-to-Zero-Modul zugekauft werden, bei den größeren Modellen der Reihe liegt es bei.

Vorteile
  • RTK aus der Cloud, keine Antenne zu montieren
  • Keine laufenden Kosten für den Cloud-Dienst
  • Wechselt bei Schatten selbsttätig auf Kameranavigation
  • Sehr leiser Betrieb
  • Mähmuster wählbar, etwa parallel, Schachbrett oder Diamant
Zu beachten
  • Funktioniert ohne durchgehendes WLAN im Garten kaum
  • Kleiner 2,5-Ah-Akku, für 400 Quadratmeter mehrere Ladepausen
  • Das Kantenmodul Cut-to-Zero ist bei diesem Modell nicht dabei
  • App und Fehlermeldungen gelten als wenig verständlich
Einordnung: Guter Einstieg in die RTK-Klasse ohne Antennenmontage, aber nur wenn dein WLAN wirklich bis in den Garten reicht. Für die volle Fläche lohnt der größere Akku.
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Weitere RTK-Modelle

Ecovacs Goat O800 RTK

RTK plus Laser

RTK-Navigation mit LiDAR-Unterstützung und Kamera, legt die Karte selbst an und kommt durch Engstellen ab 0,7 Meter.

594,00 € abgerufen am 14.09.2026 um 12:37 Uhr Bei Amazon ansehen

Mammotion Yuka 2000

Große Flächen

Netzwerk-RTK mit Kameraunterstützung, eine eigene Antenne entfällt.

1.499,00 € abgerufen am 14.09.2026 um 12:37 Uhr Bei Amazon ansehen

Mammotion Luba 3 AWD 3000

Sehr große Flächen

Das größte Gerät der Reihe, mit Garage im Lieferumfang.

2.699,00 € abgerufen am 14.09.2026 um 12:37 Uhr Bei Amazon ansehen

Häufige Fragen zu RTK

Wie genau ist RTK wirklich?

Die Hersteller geben meist ein bis zwei Zentimeter an, das deckt sich mit den technischen Möglichkeiten des Verfahrens. Diese Genauigkeit gilt allerdings nur bei guter Satellitensicht. Sobald Bäume oder Wände ins Spiel kommen, wird sie schlechter, ohne dass das Gerät das immer deutlich anzeigt.

Kostet Netzwerk-RTK laufend Geld?

Bei den großen Herstellern inzwischen meist nicht mehr. Mammotion hat den iNavi-Dienst samt Datenverbindung im April 2026 dauerhaft kostenlos gestellt, für die Modelljahre 2025 und 2026, vorher kostete er 49,90 Euro im Jahr. Bei Navimow ist die Satellitenkorrektur kostenfrei, für Fernzugriff und Diebstahlortung werden ab dem zweiten Jahr rund 30 Euro jährlich fällig. Bei kleineren Marken ist die Lage uneinheitlich, dort lohnt der Blick in die Produktbeschreibung.

Belege: Haus & Garten Test, drohnen.de und techboys. Stand August 2026.

Wo genau muss die Antenne stehen?

An einer Stelle mit möglichst freiem Blick nach oben, also nicht unter Dachüberstand oder Baum. Sie sollte fest montiert sein und nicht verschoben werden, weil ihre Position die Basis der Korrekturrechnung bildet. Die Verbindung zum Roboter läuft per Funk und muss die Fläche abdecken.

Funktioniert RTK auch bei Regen und Bewölkung?

Ja. Wolken und Regen beeinflussen die Signale kaum, das Verfahren arbeitet bei jedem Wetter und auch nachts. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Kameramodellen. Ob der Roboter bei Regen mäht, entscheidet der Regensensor, nicht die Navigation.

Was ist der Unterschied zu einfachem GPS?

GPS ist eines von mehreren Satellitensystemen, GNSS ist der Oberbegriff für alle zusammen, also GPS, Galileo, GLONASS und Beidou. RTK ist kein eigenes System, sondern ein Korrekturverfahren, das auf diesen Systemen aufsetzt. Ein Gerät, das nur mit GPS wirbt, aber nicht mit RTK, arbeitet meterweit ungenau.

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