Erst prüfen, ob es wirklich das Kabel ist
Bevor du den Spaten holst: In vielen Fällen liegt der Fehler gar nicht im Kabel. Diese vier Dinge kosten fünf Minuten und lösen einen guten Teil der Fälle.
- Steckverbinder an der Ladestation. Die Klemmen korrodieren, besonders nach dem Winter. Beide Enden abziehen, Kontakte ansehen, gegebenenfalls das Kabelende ein Stück kürzen und neu abisolieren.
- Stromversorgung. Leuchtet die Station überhaupt? Netzteil und Steckdose prüfen, das klingt banal, kommt aber vor.
- Sichtprüfung entlang der Strecke. Frische Grabungen, Maulwurfshügel, Beetarbeiten, ein neu gesetzter Zaunpfahl. Wo zuletzt gearbeitet wurde, liegt der Bruch meistens.
- Suchkabel nicht vergessen. Viele Anlagen haben zusätzlich ein Leitkabel. Auch dessen Anschluss kann die Fehlermeldung auslösen.
Häufigste UrsachenVertikutieren mit zu tiefer Einstellung, Spatenstich beim Beetumgraben, Wühlmäuse, Frostschäden an einer schlecht isolierten Verbindungsstelle und Marderbisse an oberirdisch verlegten Abschnitten.
Methode 1: Das Radio
Die klassische Methode, sie kostet nichts und funktioniert erstaunlich gut. Grundlage ist, dass durch das Begrenzungskabel ein hochfrequentes Signal läuft, das ein Radio als Störgeräusch aufnimmt.
- Ladestation einschalten, damit das Signal anliegt.
- Ein Radio mit Mittelwelle oder Langwelle auf eine leere Frequenz stellen, also dorthin, wo nur Rauschen zu hören ist.
- Mit dem Radio dicht über dem Boden die Kabelstrecke ablaufen. Über dem intakten Kabel hörst du ein deutliches Knattern oder Summen.
- An der Stelle, an der das Geräusch abrupt aufhört, liegt der Bruch.
Zwei Einschränkungen: Manche Ladestationen schalten das Signal bei erkanntem Bruch ganz ab, dann hörst du nirgends etwas. In dem Fall hilft es, das Kabel an der Station einseitig abzuklemmen, sofern das Gerät dann noch sendet. Und moderne Digitalradios sind ungeeignet, du brauchst ein analoges Gerät mit AM-Bereich.
Methode 2: Das Multimeter
Damit misst du nicht die Position, sondern grenzt ein, welcher Abschnitt betroffen ist. Das ist besonders bei langen Strecken nützlich.
- Beide Kabelenden von der Ladestation abklemmen.
- Multimeter auf Durchgangsprüfung stellen und die beiden Enden verbinden. Kein Durchgang bedeutet: Es liegt tatsächlich eine Unterbrechung vor.
- Jetzt die Schleife in der Mitte auftrennen, etwa an einer gut zugänglichen Stelle, und beide Hälften einzeln prüfen.
- Die Hälfte ohne Durchgang enthält den Bruch. Diese wieder halbieren und erneut messen.
Nach vier bis fünf Halbierungen bist du bei wenigen Metern. Der Nachteil liegt auf der Hand: Für jede Messung musst du das Kabel auftrennen und danach wieder verbinden, was zusätzliche Verbindungsstellen schafft.
Methode 3: Kabelsuchgerät
Ein Sender speist ein Signal in das Kabel ein, ein Empfänger ortet es über dem Boden. Das ist die schnellste und genaueste Methode, die Geräte kosten je nach Ausführung zwischen fünfzig und mehreren hundert Euro.
Lohnt sich, wenn das Kabel wiederholt gerissen ist oder die Strecke sehr lang ist. Für den einmaligen Fall ist Leihen die vernünftigere Lösung, viele Baumärkte und Werkzeugverleihe haben passende Geräte. Manche Fachhändler übernehmen die Suche auch als Dienstleistung.
Die Reparatur
Ist die Stelle gefunden, ist der Rest schnell erledigt. Wichtig ist allein die Wasserdichtigkeit, denn eine schlecht isolierte Verbindung wird in ein bis zwei Jahren die nächste Fehlerquelle.
- Beschädigten Abschnitt großzügig herausschneiden, mindestens zehn Zentimeter zu jeder Seite.
- Ein Stück Ersatzkabel gleichen Querschnitts einsetzen.
- Zum Verbinden gelgefüllte Verbindungsklemmen verwenden, wie sie den Mährobotern beiliegen. Lüsterklemmen und einfaches Isolierband halten im Erdreich nicht.
- Alternativ Löten und mit Schrumpfschlauch mit Innenkleber abdichten. Das ist die haltbarste Variante.
- Die Verbindungsstelle nicht straff verlegen, sondern etwas Schlaufe lassen, damit Bodenbewegung nicht daran zieht.
Wann sich die Reparatur nicht mehr lohnt
Es gibt einen Punkt, an dem Weitersuchen unwirtschaftlich wird. Der ist erreicht, wenn:
- das Kabel innerhalb kurzer Zeit zum dritten oder vierten Mal reißt,
- du die Stelle nach mehreren Stunden immer noch nicht gefunden hast,
- die Isolierung über die ganze Strecke spröde ist, was nach zehn und mehr Jahren normal ist,
- oder der Roboter selbst schon in die Jahre gekommen ist und Ersatzteile schwer werden.
In diesen Fällen ist ein Neuverlegen der ehrlichere Weg, und dann stellt sich die Frage, ob es überhaupt wieder ein Kabel sein muss. Ein Gerät ohne Begrenzungskabel legt seine Grenzen digital fest, das Problem kann damit schlicht nicht mehr auftreten. Was das im Alltag bedeutet, steht im Vergleich mit oder ohne Begrenzungskabel.